osthessen-news berichtete am 12. März 2026:

Neue Rettungswache soll noch schneller Leben retten

"Jede Minute zählt im Rettungsdienst", betont Vize-Landrat Frederik Schmitt (CDU). Um die Versorgungslage zu verbessern, soll in Hünfeld (Landkreis Fulda) eine neue Rettungswache entstehen. Diesbezüglich haben die Verantwortlichen am Mittwochmittag zu einer Pressekonferenz geladen. Der neue Standort Hünfeld-Süd ist in unmittelbarer Nähe der Helios-Klinik geplant. Zusätzlich zur bestehenden Rettungswache Hünfeld-Nord in der Hersfelder Straße soll so der Rettungsdienst weiter optimiert werden. Das Ziel: "So können die Rettungswagen in unter zehn Minuten am Einsatzort sein", erklärt Schmitt.

Besonders Menschen aus den südlich gelegenen Gemeinden Nüsttal, Hofbieber und Tann sollen von dem neuen Standort profitieren. Steffen Diegmüller, der Leiter des Rettungsdienstes, erläutert: "Die Einsatzfahrzeuge können zwei bis drei Minuten schneller dort sein, wo sie benötigt werden."

Diese Zeitersparnis wurde unter realen Einsatzbedingungen getestet. Auf dem etwa 380 Quadratmeter großen Gelände sollen zwei Einsatzfahrzeuge stationiert werden: ein rund um die Uhr besetzter Rettungswagen sowie ein Notarzteinsatzfahrzeug mit einem zusätzlichen Ersatzfahrzeug. Die Planungen für die neue Rettungswache sind bereits weit fortgeschritten. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 geplant, ab Sommer 2027 können von dort an auch Leben gerettet werden. Das Architekturbüro Wuttke aus Fulda, welches mit dem Bau beauftragt wurde, schätzt die Baukosten derzeit auf rund 2,6 Millionen Euro.

Die neue Rettungswache soll auf dem bisherigen Mitarbeiterparkplatz der Klinik entstehen, direkt neben der Zufahrt. Geplant ist ein zweistöckiges Gebäude, das nicht nur der Einsatzbereitschaft dient, sondern auch als Ausbildungsstandort genutzt werden soll. Insgesamt könnten dort künftig zwölf Auszubildende ausgebildet werden. Zudem ist auch ein Schulungsraum geplant. "So können sich in Schulungen Rettungskräfte und Ärzte gemeinsam auf Einsätze vorbereiten", sagt Diegmüller. Dadurch könne im Ernstfall schneller und koordinierter gehandelt werden.

Während der Fokus auf den Neubau in Hünfeld-Süd gerichtet ist, werden am bestehenden Standort Hünfeld-Nord bereits Vorbereitungen für mögliche Krisenszenarien getroffen. Dort wurde ein leistungsstarkes Notstromaggregat installiert, das im Falle eines großflächigen Stromausfalls die Einsatzfähigkeit sichern soll. "Wenn in der digitalisierten Welt kein Strom mehr da ist, ist das ein Worst-Case-Szenario", sagt der Bürgermeister und Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Hünfeld, Benjamin Tschesnok.

Ein Stromausfall könne weitreichende Folgen haben – die Situation in Berlin im Januar habe gezeigt, wie problematisch eine solche Lage werden könne. Das insgesamt 50.000 Euro teure Aggregat gilt im Landkreis Fulda als Leuchtturmprojekt. Die Besonderheit des Geräts erklärt Rettungsdienstleiter Diegmüller: Das im Außenbereich installierte, rot lackierte Aggregat kann bis zu drei Tage lang selbständig Strom liefern. So können unter anderem die Rettungswagen, Funkgeräte, die Warmwasserversorgung sowie die Heizung weiter betrieben werden. Mit einer Leistung von 66.000 Watt erkennt das Notstromaggregat automatisch Schwankungen im Stromnetz und übernimmt bei Bedarf selbstständig die Versorgung.

Um die Einsatzbereitschaft sicherzustellen, wird das System einmal im Monat getestet. Eine weitere Besonderheit des Notstromaggregats: Das Aggregat verfügt über einen integrierten Tank und kann auch als mobile Tankstelle 72 Stunden lang für Benzin sorgen. 

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